In dieser Rubrik finden sich Blogbeiträge zu Themen, die mich beschäftigen. Privat, im Beruf und in der Politik.
Viele Menschen haben wenig Vertrauen in die Politik. Auch Jugendliche. Autoritäre Denkweisen gewinnen an Zuspruch, es gibt mehr Polarisierung, zwischen den Geschlechtern aber auch zwischen Menschen mit unterschiedlichen Bildungsniveaus. Es besteht also dringender Handlungsbedarf. Die Zukunft der Demokratie entscheidet sich auch in den Schulen. Aber nicht nur, beim informellen Lernen kann die Demokratie gefördert werden. Was wir konkret tun können, zeige ich im Blogbeitrag auf.
Früher als gedacht. War ich je ganz weg? Jein.
Ich bin 2023 aus dem Vorstand von neo zurückgetreten, wollte mich auf den Beruf konzentrieren, die Politik ruhen lassen. Beruflich bin ich angekommen. Gleichzeitig habe ich die politische Bühne sehr vermisst. Ich konnte es auch nie ganz sein lassen. Habe Leserinnenbriefe geschrieben, auf Instagram und LinkedIn alles Mögliche kommentiert. Aber ich will nicht nur kritisieren, ich will mitgestalten. Also bin ich wieder da und kandidiere bei den kantonalen Wahlen 2025 für den Grossen Rat.
Die drei K, an denen sich die Walliser Frau zu orientieren hat: Kinder, Küche, Kirche. Diesen "Witz" machte ein Verfassungsratskollege ständig.
Nun las ich im Walliser Boten kürzlich, dass Walliser Paare immer weniger Kinder bekommen. Was sind die Gründe? Ist das problematisch? Und was ist aus den drei K geworden?
Verschiedenheit und Vielfalt sind kennzeichnende Merkmale der Volksschule. Sie betreffen (Entwicklungs-) Alter, Geschlecht, Leistung, Verhalten, Sprache und Herkunft der Schülerinnen und Schüler, aber auch die Lehrpersonen haben je unterschiedliche Hintergründe. Dies ist herausfordernd und bereichernd zugleich.
Die Frage, die immer wieder gestellt wird, und auch in der Politik und in den Medien anklingt, lautet: Können wirklich alle Schülerinnen und Schüler integriert werden? Ist Integration sinnvoll? Oder überfordert sie das System?
Die Antwort ist auch eine Frage der Haltung. Ich persönlich verfolge als Vision die Idee der Inklusion, die noch weiter geht als die Idee der Integration. Was dies bedeutet, beschreibe ich im folgenden Beitrag.
Die langen Sommerferien. 6 1/2 Wochen waren es diesmal. Sind sie Segen oder Fluch? Ich persönlich mag sie sehr, auch wenn sie uns Eltern organisatorisch einiges abverlangen. Ist es doch eine Zeit im Jahr, in der wir mehr Ausflüge machen, den Tag weniger strukturieren, keinen Druck durch Hausaufgaben und keinen Prüfungsstress haben. Gleichzeitig denke ich, eine Woche weniger wäre auch ok.
Ich habe zwei Vorschläge und bin sehr gespannt, wie ihr diese einschätzt. Als Eltern, als Lehrpersonen, als Schüler:innen.
Das heisst für mich: zurück an die PHBern, zurück in die Schulführung und Schulentwicklung. Ein Themenbereich, der mich seit meinem Berufseinstieg fasziniert und den ich aus mehreren Perspektiven kenne. Ab November werde ich an der PHBern als Studiengangleiterin im DAS Schulen leiten tätig sein. Darauf freue ich mich sehr.
Das heisst für mich auch, dass ich mir über den Sommer Zeit genommen habe, um meine Tätigkeiten zu sortieren. Seit meinem Einstieg in die Politik sind neue Engagements hinzugekommen. Ich will aber nicht einfach immer mehr machen, sondern mich thematisch nicht all zu sehr verzetteln. Deshalb werde ich meinen Fokus wieder mehr auf die Bildungs- und Familienpolitik legen und auf die nächste Parteiversammlung hin als Co-Vizepräsidentin von neo – Die sozialliberale Mitte zurücktreten.
An den Diskussionen über Sexismus und sexuelle Belästigung beteiligen sich meistens nur Frauen. Männer schweigen.
Doch wir brauchen eure Unterstützung, denn wir wollen eine neue Kultur schaffen. Eine Kultur, in der übergriffiges Verhalten keinen Platz hat, in der sich die Menschen respektvoll begegnen. Darum meine Frage: Wie können wir euch als Verbündete gewinnen?
Ein paar Gedanken formuliere ich im Blog. Was meint ihr dazu? Ergänzungen? Kritik?
Die Elternzeit ist ein wichtiges Instrument zur Herstellung von gleichen Chancen für Frauen und Müttern auf dem Arbeitsmarkt und – gleichzeitig – von Vätern in der Familie.
Nun haben wir die reelle Chance, diese auf kantonaler Ebene einzuführen. Packen wir sie.
Und suchen wir nach Lösungen, bei denen nicht nur der Staat finanziert. Eine Idee skizziere ich im Blog.
Das Bundesgericht hat in mehreren Urteilen eine Praxisänderungen im Unterhaltsrecht eingeleitet. Kurz: Frauen müssen nach einer Scheidung ihren Lebensunterhalt selbst verdienen. Vorweg: ich finde das richtig. Aber...
Die Urteile zielen aus gleichstellungspolitischer Sicht in die richtige Richtung. Sie werden der gesellschaftlichen Realität jedoch (noch) nicht gerecht.
Eine kleine Auslegeordnung.
... zur Anerkennung der Care- und Freiwilligenarbeit.
Tönt noch gut, oder? Eine neue Zeitpolitik. Die auch grad all die Herausforderungen der Care- und Freiwilligenarbeit löst. Ich habe darüber an der Frauensession am Open Mic gesprochen. Aber was ist damit gemeint? Es geht darum, die Zeiten für Erwerbsarbeit, Familienarbeit, Politik, Kultur neu zu denken. Und zwar für alle. Frauen, Männer, alle Menschen.
Die Idee ist feministisch, sozial, in einem gewissen Sinn (noch) utopisch. Ich lade euch ein, euch darauf einzulassen. Here we go.
Das ist immer die erste Frage, wenn es um das Einführen von Massnahmen zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf geht. Zum Beispiel um eine Elternzeit, um Kitaplätze, um die Anerkennung von Care-Arbeit. Wie aktuell bei der Ausarbeitung der neuen Kantonsverfassung.
Gegenfrage: Wer bezahlt(e) es bis jetzt?
«Wenn man Gewalt gegen Frauen verhindern will, muss man schon Kindern das Bewusstsein einschärfen: Dein Körper gehört dir!». Das schreibt Nathalie Benelli in ihrem Kommentar zum internationalen Tag der Gewalt gegen Frauen. Das stimmt. Aber es reicht nicht.
Was es braucht, ist das Erwachsene Verantwortung übernehmen. Mehr dazu im Text.
Hausaufgaben sind ein kontroverses Thema. Die einen verfechten sie, die anderen würden sie am liebsten abschaffen. Und zwar Eltern und Lehrpersonen, wohl auch Kinder. Und ebenso zeigen Studien sehr unterschiedliche Ergebnisse. Je nach dem welcher Fraktion eine Person also angehört findet sie Studien die für und Studien die gegen Hausaufgaben sprechen.
Ich selbst, ich bin kritisch. Lerninhalte zu Hause einüben finde ich sinnvoll, jedoch sollte dies mit Mass geschehen und - wie der Unterricht auch - differenziert. Ich wünsche mir, dass wir den Kindern auch Freizeit gönnen. Dass sie Zeit zum Erholen haben und Zeit für Hobbys.
Als ich auf Twitter las, dass das Referendum für die "Ehe für alle" zu Stande kam, war ich erst mal – sagen wir – ratlos. Warum, fragte ich mich, muss die sexuelle Orientierung und Identität meiner Mitmenschen wieder zu einer öffentlichen Debatte werden? Wie ist es für sie, wenn lauter heterosexuelle Menschen darüber debattieren, ob sie nun heiraten dürfen oder nicht? Ob sie gute Eltern sein können oder nicht? Wird es ein gehässiger Abstimmungskampf? Oder ein klares Votum für eine tolerante, offene, vielfältige Schweiz? Wir werden sehen. Die Sommerferien gehen bald zu Ende, der Abstimmungssonntag kommt näher. Die Debatten stehen also an.
Dazu habe ich mir ein paar Gedanken gemacht, die ich gerne im Vorfeld teile.
"Kompetenz hat kein Geschlecht". "Es braucht einfach noch Zeit". Das sind die Sätze, die ich diesen Wahlkampf wieder oft gehört und gelesen habe. Und ich muss es zugeben, sie beschäftigen mich.
Ich bin mir bewusst, mit Frauenthemen gewinnt man/frau im Wallis keine Wahlen. Bescheiden zu sein kommt hier weit besser an als zu fordern. Doch ich finde es gehört trotzdem mal gesagt: wir brauchen mehr Frauen in der Walliser Politik. National haben wir einen grossen Schritt vorwärts gemacht: 42% Frauen im Nationalrat, 26% im Ständerat, 3 Bundesrätinnen. Dies prägt die nationale Politik. Aber kantonal? Com'on. Eine kantonale Regierung ohne Frauen. 2021?
Und ja, es kandidieren viele Frauen für das Parlament. Aber ob sie auch gewählt werden? Das entscheiden Sie, liebe Wählerinnen und Wähler. Warum ich es wichtig finde können Sie im Beitrag lesen.
Was mich durch das Corona-Jahr gerettet hat waren Bücher und gute Texte, die ich in den sozialen Medien entdeckte, die zum Nachdenken einluden.
Dabei ging es immer mal wieder um die Frage, wie wir nachhaltig und verantwortungsvoll wirtschaften können. Um die Frage, ob wir Wirtschaft überhaupt richtig messen? Die Frage, was wir als Einzelne und als Gesellschaft beitragen können, damit auch unsere Kinder und deren Nachfahren eine gute Zukunft haben.
Fragen, die mich auch im nächsten Jahr begleiten werden. Falls ihr Anregungen habt, Artikel, Bücher: ich freue mich über eure Hinweise und anregende Diskussionen.
Wir verfolgen in der Schweiz einen meritokratischen Ansatz. D.h. bei uns entscheidet die Leistung über Bildungschancen. So die Grundhaltung. Doch stimmt das? Vermögen wir dies einzulösen? Und wenn nicht, was gibt es für Lösungsansätze?
"Chancengleichheit ist der Orientierungspunkt, möglichst hohe Chancengerechtigkeit ist das Ziel." So beschreibt es der Dachverband Lehrerinnen und Lehrer Schweiz (LCH), in einem Positionspapier.
Als Care-Arbeit werden die unbezahlten und bezahlten Tätigkeiten der Fürsorge bezeichnet. Dazu gehören Erziehung, Bildung und Betreuung von Kindern ebenso wie die familiäre und professionelle Pflege und Unterstützung bei Krankheit und Behinderung. Care-Arbeit wird in der Familie geleistet, unter Freunden, Nachbarinnen, in der Kranken- und Altenpflege. Care-Arbeit wird meistens von Frauen ausgeübt. Sie ist oft unsichtbar und wird von Wirtschaft und Politik, aber auch in der Gesellschaft oft nicht als eigentliche Arbeit wahrgenommen. Als "Wirtschaft" zählt, was Geld kostet bzw. einbringt. Oder was draussen, eben in der Wirtschaft passiert. Care-Arbeit gilt hingegen als Privatsache.
Seit meinem Einstieg in die Politik habe ich mich viel mit dem Bild der guten Mutter beschäftigt.
Mich gefragt, ob ich mir und der Familie zu viel zumute? Wahlkampagnen, Plenarsitzungen, Fraktionssitzungen, die Erwerbstätigkeit, das Begleiten der Kinder in der Schule, in der Freizeit.
In Stellenprozenten geht das auf. Doch mental?
Ich gehe davon aus, dass die Kinder und Jugendjahre zentral sind für die weitere Entwicklung des Menschen. Dies sowohl für die körperliche und geistige Gesundheit wie auch für das Bestehen in der modernen Berufswelt und der sich stets verändernden Gesellschaft.
Eine wichtige Grundlage dafür bietet die Uno - Kinderrechtskonvention. Im Beitrag beschreibe ich die wichtigsten Inhalte und wie es um die Umsetzung in der Schweiz steht.
Seit Jahren wird vor einem Lehrermangel gewarnt. Jetzt ist er da. Und dies bevor die sogenannten "Babyboomer" geschlossen in Pension gehen. In der Primarschule konnten mehrere Stellen nicht besetzt werden.
Die Studierenden der PH Wallis springen ein. Dies ist eine pragmatische und gute Lösung, eine sehr spannende noch dazu (s. unten). Doch sie wirkt nur kurzfristig gegen den Lehrermangel. Denn deshalb entscheiden sich nicht mehr Personen für den Beruf bzw. dafür, den Beruf auch längerfristig auszuüben.
Wie kann der Lehrerberuf (wieder) an Attraktivität gewinnen?
Was ist uns in der Erziehung heute wichtig? Wird Individualismus wirklich über alles gestellt? Und was ist bloss aus Tugenden wie Pünktlichkeit, Anstand und Ordnung geworden?
Ein Blick in den Generationen-Barometer zeigt einen Vergleich von Erziehungszielen und wie sie sich gewandelt haben. Gegenübergestellt werden Ziele, die uns unsere Eltern mitgegeben haben und Ziele, die wir für unsere Kinder verfolgen.
Väter sind für ihre Kinder wichtige Bindungspersonen, genau so wie Mütter. Allerdings auf unterschiedliche Art und Weise. Sie regen vor allem das Erkundungsverhalten der Kinder an, deren körperliche Entwicklung und das Selbstvertrauen.
Bindung und Feinfühligkeit sind zentrale Begriffe in der Entwickungspsychologie. Ich erkläre unten, was sie bedeuten und welchen (unterschiedlichen) Beitrag die Mütter und die Väter leisten.
"You can get it if you really want". So dachte ich damals, anfang 30, mit abgeschlossenem Studium, einem guten Job, frisch verheiratet. Drei Jahre später sah die Welt dann anders aus. Denn so einfach ist es nicht, das Vereinbaren von Familie und Beruf.
Die grossen Fragen, die sich mir seither stellen:
Wie kann ich mich echt für meine Familie engagieren, für sie da sein und mich gleichzeitig auch beruflich weiterentwickeln? Meine Ausbildung nutzen und à jour bleiben? Kann ich alles haben, wenn ich nur wirklich will? Reicht es aus, ambitioniert zu sein und gross zu träumen? Nein. Noch nicht.
Also, was gibt es noch zu tun?
Eine Politik der Frühen Kindheit hat zum Ziel, Kinder von der Geburt bis zum Schuleintritt in ihrem Lern- und Entwicklungsprozess in- und ausserhalb der Familie zu unterstützen. Themen wie Familie, Kindheit und Erziehung werden oft als Privatsache angesehen. Als etwas, das die Politk nichts angeht und keine öffentlichen Gelder kosten soll. Doch das sehe ich anders.