Schule mit Zukunft - Chancen und Herausforderungen der Volksschule

Es geht um erfolgreiche Schulmodelle, Innovation, was die Politik für eine starke Volksschule tun muss und wie sich die CSPO engagiert...

 

Gutes Zeugnis für die Walliser Schule - Zwei Wege führen nach Pisa

Der erste nationale Schulvergleich zeigt: die Walliser Schule ist top. Die Walliser Schülerinnen und Schüler bewiesen sowohl bei der Mathematik wie bei den Sprachen überdurchschnittliche Kompetenzen. Diese Resultate sind sehr erfreulich. Doch es ist bekannt: in Zeiten der Digitalisierung sind nicht nur Kompetenzen in den Hauptfächern gefragt, sondern auch Kommunikation, Kollaboration, Kreativität und kritisches Denken, die 4 Ks. Also wie bringen wir dies alles unseren Kindern bei?

 

Seit der PISA-Studie wissen wir, dass Länder mit sehr unterschiedlichen Schulmodellen zu den Spitzenreitern gehören. Verschiedene Modelle führen also zum Erfolg. Welche sind es?

Diese zwei Schulmodelle führen zu guten Ergebnissen in den PISA-Tests:

  • In asiatischen Ländern, die bei der PISA-Studie sehr gute Resultate erreichten, wird Leistungsdruck grossgeschrieben. In Ländern wie Südkorea wissen die Schülerinnen und Schüler: Gute Noten sind meine einzige Chance! Ich muss alles dafür tun, auch wenn ich dazu an meine Grenzen gehe - oder darüber hinaus.
  • Finnland und Schweden, die ebenfalls zu den Spitzenreitern gehören, stellen die Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler in den Mittelpunkt. Sie sind der Überzeugung: wenn wir die Kinder bei ihren Interessen und Stärken abholen, ihre Neugier nutzen, sie begleiten, ihnen persönliche Rückmeldungen geben und auf eine kooperative Gemeinschaft anstatt auf Wettbewerb setzen, lernen die Kinder am meisten und bewahren sich ihren inneren Antrieb.

Mich spricht das skandinavische Modell mehr an, gleichzeitig habe ich nichts gegen gesunden Wettbewerb und Leistungsorientierung. Irgendwo zwischen diesen Schulmodellen zu sein, wie es die Walliser Volksschule aus meiner Sicht ist, finde ich also durchaus in Ordnung. Was mir an unserer Volksschule fehlt? Innovation. Hier könnte die Dienststelle den Schulen mehr Freiräume geben und die Schulen selber könnten ihre bereits bestehenden Möglichkeiten besser ausschöpfen

 

Das langfristige Ziel der Volksschule bzw. der Bildung insgesamt ist für mich übrigens klar: Inklusive, gleichberechtigte und hochwertige Bildung gewährleisten und Möglichkeiten lebenslangen Lernens für alle fördern. Und das ist nicht meine Erfindung, so steht's in der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung der UNO.  

Was kann und muss die Politik für eine starke Volksschule tun?

  • Als erstes: Rahmenbedingungen schaffen, die den Beruf der Lehrerin, des Lehrers attraktiv machen und diesen den Rücken stärken. Das ist für mich das wichtigste. Denn integrativer und individueller Unterricht ist sehr anspruchsvoll. Es braucht viel Vorbereitung, sehr gute diagnostische Fähigkeiten und Austausch mit den Eltern, dem Lehrerteam und Fachpersonen. Hierzu gehört für mich auch die Aus- und Weiterbildung. Die PH Wallis muss sich als Hochschule positionieren und seitens Politik gestärkt werden. 
  • Schulleitungen weiter professionalisieren, ihre Ausbildung stärken, ihre Kompetenzen im Bereich der Personalführung ausbauen und ihnen Freiräume zur Schulentwicklung geben. Sie sollen die Schulen nicht nur verwalten sondern die Schul- und Unterrichtsentwicklung vorantreiben können.
  • Die Umsetzung des Lehrplans 21 konsequent fordern. Denn viele der Aspekte, die ich oben angesprochen habe, sind im Lehrplan 21 konkret enthalten. Doch die Grundlagen fehlen noch, z.B. wurde die Beurteilung der Schülerleistung noch nicht an den Lehrplan 21 angepasst und die Weiterbildung der Lehrpersonen erfolgte bisher nur punktuell. 
  • Rahmenbedingungen schaffen, die individualisierenden und integrativen Unterricht ermöglichen. Mit der Möglichkeit zu flexibleren Stundenplänen, Weiterbildungen und Beratung beim Einführen von Teamteaching sowie Entlastungen für die Zusammenarbeit mit Fachpersonen und den erhöhten Vorbereitungsaufwand.
  • Ausreichend Ressourcen für sonderpädagogische Massnahmen zur Verfügung stellen.

Was tut die CSPO für die Bildung?

Wir setzen uns in der Partei aktiv mit dem Thema Bildung auseinander. Wir erarbeiten zur Zeit eine Bildungsposition, die alle Altersstufen, von der frühen Kindheit über die Volksschule, Sekundarstufe II, die Hochschulen bis hin zur Erwachsenenbildung, abdeckt und als Grundlage für die politische Arbeit der Partei dienen wird.


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