Familie, Beruf und Politik vereinbaren. Geht das?

Das Abenteuer Politik geht in die nächste Runde. 2019 war mein Einstieg mit dem Start der Arbeiten im Verfassungsrat und der Nationalratskandidatur. Gestern wurde ich zur Vize-Präsidentin der CSPO gewählt. Ob das Timing passt? Ich vertraue mal darauf. Denn Politisieren macht mir Spass. Ich habe Freude daran mitzugestalten, zu debattieren, Verantwortung zu übernehmen.

 

Und ich habe es mir gut überlegt. Bei den Fragen, die sich mir stellen, geht es v. a. um Vereinbarkeit: Kann ich das politische Engagement mit der Familie und der Arbeit vereinbaren? Werde ich allem und allen gerecht? Was sind die Möglichkeiten und Chancen? Wo gibt es Grenzen? Ich weiss es nicht. Also versuche ich es einfach. Ich werde meine Erfahrungen mit euch teilen. Hier auf dem Blog und in den sozialen Medien. Wenn es euch interessiert, könnt ihr mir gerne folgen :-)

Es gibt nichts zu vereinbaren - nur zu addieren. Ist dem so?

Iris Radisch sagt zum Thema Vereinbarkeit von Familie und Beruf: "Da gibt es nichts zu vereinbaren. Da gibt es nur etwas zu addieren." Es gibt Tage, da fühlt es sich für mich genau so an und ich stimme ihr zu. An den anderen Tagen denke ich, dass Vereinbarkeit doch möglich sein muss. Ich habe zwei Herzen in meiner Brust. Einerseits finde ich, dass es Frauen und Männer braucht, die Vereinbarkeit wagen und diese vorleben. Andererseits frage ich mich: müssen wir es bei den gegebenen Rahmenbedingungen "beweisen"? Können wir die Rahmenbedingungen nicht anpassen, eben auch mitgestalten? Muss man diese als gegeben hinnehmen oder gibt es Spielraum?

In der der Sendung Rundschau wurde im September letzten Jahres ausgiebig diskutiert, ob eine Mutter mit kleinen Kindern Parlamentarierin sein kann. Gemäss einer Umfrage sind die Anforderungen im Schweizer Milizsystem für viele eine Herausforderung. Als Hürden werden Abendtermine, lange Sitzungen, die Erreichbarkeit für Medien an Abenden und Wochenenden und unregelmässige Sessions-Zeiten genannt. Eine Parlamentarierin beschreibt es so: «Die zeitliche Beanspruchung in der Politik ist gross, weshalb die Vereinbarkeit nur bei einer grösstmöglichen Flexibilität des Umfelds – familiär und beruflich – funktioniert.» Und dies gilt meines Erachtens nicht nur für Frauen und Mütter, sondern gleichermassen auch für Männer und Väter. Auch diese sind auf ein flexibles Umfeld angewiesen. Also sind familienfreundlichere Rahmenbedingungen für alle ein Gewinn. Nur so können sich Mütter und Väter mit jüngeren Kindern an der Politik beteiligen. Eine Demokratie ist nur so gut, wie sie die Bevölkerung und deren Lebenswelten abbildet. Und dazu gehören für mich eben auch Mütter und Väter mit kleinen und schulpflichtigen Kindern.

Neues Jahr - neue Herausforderung

"Zämu vorwärts fers Oberwallis". Mit diesem Motto sind wir in der Partei in das neue Jahr gestartet und mit diesem Motto starte ich in meine neue Funktion als Vize-Präsidentin. "Zämu". D.h. ich bin nicht alleine. Wir sind 7 Personen im Präsidium: Konstantin Bumann, unser Präsident, Ida Häfliger, Flavio Schmid, Julia Blöchlinger, Diego Clausen, Jérôme Beffa und ich. Ihr seht uns auf dem Bild unten (es entstand während der Corona-Zeit ;-)). Und ich werde unterstützt. Von den CSPO Frauen, von meiner Familie und von meinem Umfeld. 

 

Ich danke der Partei fürs Vertrauen. Und ich freue mich auf eine spannende Zeit.